Februar 2025
Wir sind pünktlich an der Brücke und warten auf die Öffnung. In Sint Maarten gibt es eine Art Binnenmeer, das nur durch zwei Brücken, die zu fixen Zeiten öffnen, erreichbar ist. Dort sind alle Marinas, angefangen von Luxus für die Protzhobel, bis hin zu den Marinas, in denen Reparaturarbeiten erledigt werden können.
Wie immer ist es ein kleines Abenteuer durch die Brücke zu fahren. Das innere Gewässer ist riesig, gleich nach der Brücke tummelt sich alles, was reich und schön ist. Diese Marina lassen wir rechts liegen. Weit hinten, in der Ruhe, liegt unsere Marina und wir werden schon erwartet.







Mittlerweile sind wir fast vier Jahre auf Entdeckungsreise und es ist höchste Zeit, auch die Momente, die mühsam waren, in Worte zu fassen. Beim Lesen unseres Blogs könnte man annehmen, dass alles Wonne und Honigschlecken ist. Leider stimmt das nicht ganz. Seit vier Jahren begleiten uns auch ständige Reparaturen, die wir leider zum Großteil nicht selbst durchführen können. Zum Teil, weil wir es einfach nicht können und zum Teil, weil du einen Fachmann brauchst.
Das Anfälligste an Bord ist der Strom, sprich die Batterien. Wir sind eigentlich gut ausgerüstet mit sieben Batterien, allerdings sind die normalen Bleiakkus für den Betrieb an Bord nur mangelhaft geeignet. Normalerweise wird eine Batterie nur im Betrieb entladen, d. h. sie wird gleichzeitig auch wieder geladen. Am Schiff wird sie nur entladen, wenn du stehst, wenn keine oder wenig Ladung zugeführt wird. Darüber hinaus ist eine Bleibatterie bei 50% Ladung bereits tiefenentladen und bei mehrmaliger Tiefenentladung kaputt. Das kann leicht passieren, noch dazu, weil es so nahe am Äquator weniger Sonnenlicht gibt, als im Mittelmeer im Sommer. Das würde man nicht glauben, aber durch die kurzen Tage und eine häufige Bewölkung schaffen es unsere Solarpanele kaum, die Batterien wieder zu laden.
Wir haben bereits in Sardinien neue Batterien gebraucht und aufgrund der Dringlichkeit und des Preises wieder Bleibatterien nachgeladen, das war vor 1,5 Jahren. Seit einem halben Jahr kämpfen wir ums Überleben der Batterien, was nicht einfach ist. Seit Januar hat sich die Situation zugespitzt. Wir mussten von den sieben Batterien zwei abklemmen, weil sie heiß geworden sind. Wie durch ein Wunder war mein Bruder an Bord, der sich mit Strom und Solar super auskennt. Mit seiner Unterstützung haben wir in Sint Maarten einen Betrieb ausgemacht, der die neueste Generation Lithiumbatterien führt und einbauen kann. Ein Termin für 17. Februar wurde vereinbart.
Bis zu diesem Termin war es allerdings ein ziemlicher Cannossagang. Anfang Februar mussten wir eine weitere Batterie abklemmen und Ende Februar noch eine, die nahezu gekocht hat. Mit den verbleibenden drei Batterien konnten wir nur mehr bedingt Strom lagern. D.h. nachts alles ausschalten, Eiskästen, Tiefkühler, etc. Trotzdem haben die Spannungsalarme zugenommen, was meiner psychischen Gesundheit nicht unbedingt gut getan hat.
Für alles mussten wir den Generator dazuschalten. Und das führt uns zum, meiner Ansicht nach, zweiten Schwachpunkt an Bord. Unser Generator wurde zuletzt in Trinidad gewartet, trotzdem hatte er seit damals immer wieder Aussetzer. Hier haben wir wenigstens einiges gelernt und können zumindest den Impeller selbst tauschen, alles weitere ist allerdings ein Mysterium für uns. Damit haben wir seit Saint Lucia (November) auf jeder Insel einen Mechaniker gebraucht, natürlich nicht gratis. Und er funktioniert noch immer nicht reibungsfrei.
Die Batterien konnten erfolgreich getauscht werden, wir führen nun drei schöne Lithiumbatterien, die auch ständig per App überwacht werden können. Ein weiteres Solarpanel ziert unser Dach ebenfalls und diese Einheit versorgt uns gut. Eine neue Lebensqualität!
Mit dem Generator werden wir noch bis Guatemala kommen, wir brauchen ihn eigentlich nur mehr zum Waschen und es gibt überall Waschsalons.
Die Konklusio: Es wird immer etwas kaputt und nichts davon ist billig.
Vor Jahren haben wir eine Vortrag auf einem Langfahrtsseglerseminar gehört: „Wir reparieren uns um die Welt“. Damals habe ich das noch belächelt, heute verstehe ich es.
Es hat aber auch Vorteile. Wir haben so viel gelernt, vor allem in der Fehleranalyse und Alternativen um das defekte Teil zu schützen.
Wir werden immer besser!





Trotzdem hatten wir Zeit Sint Maarten zu entdecken. Die Insel ist klein und dabei auch noch geteilt in Holland und Frankreich. mit dem Auto hat man sie in zwei Stunden umrundet. Und sie ist ein absoluter Touristenhotspot.

















Ja, und dann geht es auch schon wieder weiter! In einer Nachtfahrt sind wir in den British Virgin Islands und das ist ein wirkliches Paradies.
hallo ihr Lieben , ja, das glaube ich euch, dass an Bord immer etwas kaputt gehen kann und auch kaputt geht. Ein schwimmendes Zuhause ist technisch etwas Besondere und braucht demnach besondere Zuwendung.
Ich wünsche euch eine schöne und angenehme Weiterfahrt! Viele Bussis aus Wien! 😘
Liebe Susi, wir sind schon in Jamaika, toll ist es hier. Nach kurzem Ausschlafaufenthalt „rasen“ wir übermorgen weiter auf die Bay Islands. Dort haben wir dann Zeit, werden wahrscheinlich zwei Wochen bleiben, bevor wir nach einer letzten Nachtfahrt im Rio ankommen. Und dann können wir hoffentlich mal wieder plaudern.
Viele, viele Bussis
Evelyn
Liebe Evelyn, toll .. sehr gerne, wie es für euch passt.
Viele Bussis 😘😘😘