Andalusien Herbst 2023
Fast wage ich es nicht zu schreiben, wir haben wieder einmal den Vogel abgeschossen! Für die Alhambra muss man Tickets online kaufen, das haben wir brav getan. € 79, auch nicht gerade geschenkt, aber die Alhambra war eines der Ziele, die Wolfgang mir unbedingt zeigen wollte, nachdem er in den 70 er Jahren mit Interrail dort war.
Der erste freie Termin war der 20. Oktober, den haben wir natürlich genommen. Um 7 Uhr in der Früh ging es bereits los, von Gibraltar sind es doch vier Stunden und wir wollten zeitgerecht dort sein, unser Zeitfenster begann um 12.30 Uhr. Wir hatten gemütlich Zeit auf einen Kaffee und wollten uns kurz vor Eintrittszeit unsere Audioguides holen, um zu erfahren, dass die Karten von einem privaten Anbieter verkauft worden waren und die Guides in einem anderen Office, gut 20 Minuten zu Fuß, zu holen sind. Wieder einmal bin ich im Internet einer Werbesite aufgelaufen, leider passiert mir das immer wieder, da habe ich offensichtlich eine Schwäche. Die Originalkarten hätten übrigens € 19 gekostet!
Na gut, was soll´s, wir durften auch noch etwas später hinein. Die Führung begann mit den Gärten des Generalife, wo die Sommerresidenz der Herrscher war. Wunderschöne Gärten im Schönbrunnstil, alte Gemäuer und Schlangen von Touristen. Offensichtlich buchen die Menschen die Alhambra hauptsächlich in Gruppen, denn wir waren davon umzingelt und gingen auch immer wieder einmal in einer verloren.









Der Weg führte immer weiter über die geräumigen Anlagen zur Iglesia Santa Maria und dann weiter zum Palast Karls V, ein sehr interessantes Bauwerk. Innen kreisrund und außen ein Viereck, fast quadratisch. Karl der V. hat den Bau 1527 in Auftrag gegeben, er hat aber nie dort gelebt, da der Palast nie fertiggestellt wurde. Erst 1929 erhielt die jahrhundertealte Bauruine ein Dach und beherbergt heute ein Museum.


Hier begingen wir dann wieder einen entscheidenenden Fehler. Wir gingen weiter berab zur Mauer und den Stadttoren. Sehr interessant und mächtig, aber am Nasridenpalast sind wir vorbei gedriftet. Nachdem wir unseren Fehler erkannten, begann der Anstieg zum Eingang in die Gebäude, die wir unter der Alhambra verstehen. Hier mussten wir herausfinden, dass unser Ticket diesen Teil, den einzigen, wichtigsten, den wir sehen wollten, nicht enthält. Es gab keine Chance hineinzukommen und auch in den nächsten Wochen keine Tickets mehr. Wir haben den Palast der Nasriden bis jetzt nicht gesehen, auch mit den Kindern nicht.



Natürlich ist diese Palastanlage trotzdem unglaublich beeindruckend, für uns vor allem am nächsten Tag. Strahlender Sonnenschein und eine schneebedeckte Sierra Nevada und von unserem Aussichtspunkt am Sacromonte, dem heiligen Berg oberhalb des Stadtviertels Albaicin.
Hier kann man in die Geschichte eintauchen. Die Gitanos haben hier früher in Wohnhöhlen am Bergabhang gelebt und von Flamenco und Wahrsagen gelebt. Bis heute gibt es bewohnte Höhlen, in einigen sind auch Museen eingerichtet.






