Juli und August 2025
Was ich zu schreiben vergessen habe, ist, dass unsere zweite Reise uns in den Süden geführt hat. Antigua liegt zwischen dem Lago de Atitlán und Ciudad de Guatemala auf 1.500 Metern Seehöhe. Wir waren schon Anfang Juli hier in einer Spanisch Schule und jetzt wieder, weil diese Stadt traumhaft ist.
Antigua liegt in absolut fruchtbarem Gebiet, es gibt hier alles an Obst und Gemüse, was das Herz begehrt. Die Mayas aus den umliegenden Dörfern kommen und bringen ihre Waren auf den Markt. Ich glaube, ich habe hier die besten Erdebeeren meines Lebens gegessen.



Schon im Juli haben wir uns in die Stadt verliebt. Antigua war die ehemalige Hauptstadt Guatemalas, allerdings liegt die Stadt in einer Region sehr instabiler Kontinentalplatten, wodurch die Erde sehr, sehr häufig bebt. Antigua ist von drei Vulkanen umgeben, wovon einer noch aktiv ist, der Volcan Fuego, der auch sehr häufig ausbricht. Das Gebiet wird dadurch zusätzlich destabilisiert.
1773 wurde Antigua durch ein massives Erdbeben nahezu komplett zerstört und die Hauptstadt nach Ciudad de Guatemala verlegt. Vielleicht ein Glück für Antigua, denn sonst wäre die Stadt nicht wie sie heute ist.
Die Menschen hier leben zwischen den Ruinen der kolonialen Gebäude, sie bauen sie zum Teil wieder auf oder sichern sie, denn nichts ist vor den Beben sicher. Für Touristen, wie uns, ist es ein Traum alle diese besonderen Orte zu besichtigen. Hier eine kleine Auswahl der historischen Orte.











Während unserer Schulwoche erlebten wir ein massives Erdbeben, eines der stärksten in den letzten Jahrzehnten. 5,8 auf der Richterskala. Wir waren gerade im Unterricht, der einem Garten stattfindet. Jeder Schüler hat mit einem Lehrer einen eigenen Tisch, die Tische stehen in gebührendem Abstand. Am frühen Nachmittag bebte die Erde zuerst einmal, sodass auf den Tischen alles umfiel. Wir sprangen alle auf und versammelten uns auf einem freien Platz, wo uns das zweite Beben erwischte, das wesentlich massiver war. Die Erde unter unseren Füßen bewegte sich so massiv, dass einige Schüler schwankten und eine junge Frau seekrank wurde. Das Flugdach der Garage begann massiv zu schwingen. Alle Lehrer waren geschockt, einige von ihnen haben das letzte massive Erdbeben in den 70er Jahren als Kinder miterlebt.
Wir haben den Unterricht abgebrochen und die Lehrer heimgeschickt, um bei ihren Lieben zu sein.
Für uns war es eine komische Situation. Ich habe so etwas noch nie erlebt, die österreichischen Beben habe ich nie gespürt. In der Region um Antigua gab es jedenfalls an diesem Tag über 100 Beben, ganz kleine bis mittlere. Auch in unserer Unterkunft konnten wir das eine oder andere noch spüren, allerdings keines mehr so stark. Die Mama unserer Vermieterin war auch in Auflösung, sie hatte die zwei Enkel zum Aufpassen und natürlich auch die Erinnerung an das letzte starke Beben. Viele Stadtbewohner verbrachten die nächsten zwei Nächte auf dem Sportplatz aus Angst, dass ihr Haus über ihnen zusammenfällt.
Wenn der feste Boden nicht mehr sicher ist, macht das was mit uns. Für mich ist es jedenfalls eine unvergessliche Erfahrung.





Ein besonderer Ort in Antigua ist auch der Friedhof, den wir am Weg in die Schule besuchen. Hier kann man schon zu Lebzeiten ein ganzes Haus für die Familie kaufen.





10.000 Schritte sind in dieser Stadt kein Problem, du gehst alles zu Fuß und das auf Kopfsteinpflaster. Die ganze Stadt, inklusive Pflaster ist Weltkulturerbe, das heißt es darf gar nichts geändert werden. So anstrengend, so schön. Antigua hat so viele unterschiedliche Zonen und jede einzelne ist sehenswert. Auch rund um die Stadt in den umliegenden Dörfern gibt es einiges zu sehen. Wir nehmen uns einen Tag Zeit um sie zu besichtigen. Unter anderem ein Kaffeemuseum, ein Schokoladenmuseum und ein Museum der Produktion der klassischen Mayastoffproduktion. Es ist eine abenteuerliche Fahrt mit einem klassischen Taxi, eine Art Miniauto, das dich durchrüttelt und jeden Knochen in dir schüttelt. Unser Taxista ist gleichzeitig unser Guide und mehr als gesprächig. Nach sieben Stunden sind wir vollkommen fertig und keiner Sprache mehr mächtig wieder zurück. Aber es hat sich ausgezahlt.






















Mit den Kindern entdecken wir bei unseren Streifzügen durch die Stadt die Iglesia de la Merced, deren Dach begehbar ist. Eine Traumaussicht auf Antigua und den Vulkan Agua verschönt unseren letzten Abend in Antigua, bevor es nach Hause, nach Wien geht.











Hallo ihr Lieben, so schöne Eindrücke. Gott sei Dank habt ihr das Erdbeben heil überstanden.
Habt es weiterhin fein!
Viele Bussis aus Wien 😘