Süditalien bis Sizilien

15. Oktober bis 7. November

Ich bin meiner Zeit ein bisschen hinten nach, aber seit Montenegro hatten wir liebe Freunde an Bord und da blieb keine Zeit für den Blog. Wir hatten so schöne Zeit, das Wetter wunderschön und endlos schöne Landschaft und interessante Geschichte Italiens.
Von Montenegro haben wir über Nacht nach Bari, Italien, übergesetzt. Eine wunderschöne Fahrt mit Mond und vollkommen ohne Wind. Das Meer ein Ententeich. In der Früh ist etwas Nebel aufgekommen, das ist am Meer eine Herausforderung, die Grenzen verschwimmen und du weißt nicht mehr, wo der Himmel beginnt und das Meer endet.
Traumhaftes Wetter und Wärme hat uns empfangen. Italien ist so anders als die Küsten Kroatiens und Montenegros. Kaum Erhebungen, das Wasser ist schon meilenweit seicht und sandiger Untergrund und weiße Städt. Du weißt sofort, dass du in Italien bist. Es riecht schon nach Espresso!
Von Bari ging es wieder südwärts, noch einmal die geliebten Städte. Monopoli, Brindisi, Otranto und Santa Maria di Leuca. In Santa Maria waren wir sogar schwimmen, schon frisch, aber noch richtig angenehm.

Dann kommt auch für uns Neuland. Wir fahren diesmal die Fußwölbung aus. Erster Stopp nach Leuca ist Gallipoli, ein geschichtsträchtiges Pflaster. Sie haben keinen Platz für uns! Eher unfreundlich, was wir in Süditalien überhaupt nicht gewöhnt sind, wird uns gedeutet, dass wir uns“schleichen sollen“. Das bringt uns einen perfekten Ankerplatz vor endlosem Sandstrand und einen Sternenhimmel der Extraklasse.

Danach geht es nach Taranto. Wir fahren in einen riesigen Hafen, in dem unzählige Transportriesen auf Reede liegen. Taranto weckt unterschiedliche Gefühle. Beim Einlaufen empfängt uns die Stadt hell und einladend. Die Häuser strahlen in der Abendsonne.
Als wir abends nach einem Lokal suchen, verlieren wir unsn in den dunklen Gassen der Altstadt nahezu. Die Häuser sind heruntergekommen, zum Großteil gar nicht bewohnt und glotzen wie schwarze Ruinen. Die Altstadt ist mit einer Brücke mit der Neustadt verbunden. Kaum kommen wir in die Nähe, wird es touristischer, heller und restaurierter.
Die Neustadt ließ Musolini entwerfen. Das sieht man ihr auch an. Breite, majestätische Prachtstraßen reihen sich schachbrettartig aneinander. Absoluter Gegensatz zur Altstadt. Ein Leihwagen ist nicht zu kriegen, also beschließen wir am nächsten Tag weiter zu fahren.

Nächster Stopp ist Policoro, ein sympatischer Hafen, gemütlich und schon ein bisschen im Winterschlaf. Wir schaffen es ein Auto zu mieten und erkunden die Gegend. Es gibt wunderschöne Städte auf den Bergkämmen und ganz besonders gefällt uns Massafra, eine weiße Stadt, wo die Menschen unter anderem auch in Höhlen entlang des Flusses gewohnt haben.

Wir rufen in der nächsten Marina an, sicher ist sicher. Ja, wir können kommen, aber es ist niemand da. Wir können anlegen und zahlen auch nichts. Dafür können wir nicht raus, weil wir den Schlüssel nicht haben. Das stört uns nicht, aber diese Marina ist die größte Herausforderung unseres bisherigen Seglerlebens. Zuerst fahren wir durch einen Meeresarm, der teilweise nur etwas über 1,5 Meter tief ist und dann müssen wir durch die Fluttore der Marina, die 8,5!!!!! Meter breit sind. Nachdem ich noch schreiben kann, ist das Schiff noch ganz. Aber es war ziemlich tricky. Die Marina ist wie ein Kleingartenverein am Wasser. Ein paar mittelalterliche Italienerinnen und Italiener sitzen und angeln, andere werkeln an ihren Booten herum. Wir sind jedenfalls super geschützt und treffen am nächsten Morgen auch wieder hinaus.

Der letzte Hafen am italienischen Festland ist Le Castella, auch ein schräger Hafen. Schmale Einfahrt, aber nach der letzten riesig, dafür stehen einige Wracks herum, was auch nicht gerade Mut macht. Wir werden schon erwartet und der Marinero möchte, dass wir auf einer Länge von 8 Metern zwischen zwei Schiffen längsseits gehen. Kein Problem, mit einem Schiff, das 7,5 Meter lang ist! Wir schaffen es und liegen dann sehr gut. Hier sind alle sehr, sehr nett, hilfsbereit und freundlich. Wir bleiben drei Nächte, da erste Gewitter kommen. Das Kastell ist beeindruckend, der Rest des Ortes fest im Winterschlaf.

8 Kommentare zu „Süditalien bis Sizilien

  1. Meine Lieben, so wunderschöne Bilder, da habt ihr so viel Interessantes und Tolles erlebt. Dir kann keine zu enge Hafeneinfahrt und auch kein Sturm beim Anlegen etwas anhaben, liebe Evelyn, das wissen wir, das hast du schon so oft unter Beweis gestellt.
    In diesem Sinn, genießt eure Segeltörns weiterhin.
    Viele Bussi aus Wien 😘❤️

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  2. schade dass euch gallipoli unfreundlich empfangenhat, wir waren vor jahren (natürlich über land) dort und es hat uns sehr sehr gut gefallen. die fotos sind wahnsinnig schön! viel spass noch! und liebe grüsse auch von monika

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  3. Da werden Erinnerungen wach! Wir hatten ja diese Gegend vom Land her erkundet im Mai … wenn ihr etwas ganz besonderes erleben wollt, dann müsst ihr die Strada Provenciale 43 nach Cutro hochfahren, dort erlebt ihr dann euer Wunder … In Crotone “logierten” wir in einem alten Palazzo aus dem 15 Jhdt, der Raum war höher als er breit war … warum bloss haben die damals so hoch gebaut? Und verwahrloste Altstädte (wie für Taranto beschrieben) gehören dort zum Alltag. Besonders krass haben wir das in Catanzaro erlebt, aber das hat leider keinen Hafen …

    Wunderschöne Fotos macht ihr, vielen Dank dafür!!!

    Herzlichst aus Schöfflisdorf Rudi —————————————

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